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Der ETA 177

Das Modell hat ein bewegte Geschichte hinter sich. Konstruiert und in Kleinserie gebaut wurde der ETA erstmals von Dr. Kunze, anschließend von Jatt übernommen und ist schließlich bei Tillig gelandet . Ein Modell mit viel Licht und viel Schatten. - zumindest in der Ausführung von Jatt, die ich vor einigen Jahren erwarb.

In seiner Detailierung ist das Modell eine wahre Augenweide, der Antrieb ist eigentlich seidenweich und flüsterleise, zu hören ist nur das Rollen der Räder - und schon das Vorbild ist einfach hübsch,

Doch nun zu den Schattenseiten. Da die wenigen Radsätze nicht spitzengelagert sind und der ETA wegen innenliegender Metallgewichte extrem schwer ist, besitzt er einen Rollwiederstand wie ein 20 achsiger Zug. Weil nur eine Achse angetrieben ist, benötigt die Konstruktion Haftreifen. Der Anfahrwiederstand ist dann aber insgesamt so hoch, daß selbst der Glockenankermotor im unteren Geschwindigkeitsbereich keine Chance hat. Erst ab rund 20 km/h fährt der ETA wirklich ruckelfrei. Schön ist das Licht der Leuchtdioden, das dann bereits hell strahlt. Doch Vorsicht bei engen Gegenbögen: schon eine S Kurve in der normalen Weichenstraße bringt die Kurzkupplung in Probleme. Genaugenomme ist es ohnehin nur die Imitiation einer Kurzkupplung. Die Arbeit der 'Kulisse' wird durch 'Elastizität eines Kunststoffbügels' ersetzt und das ist leider zuwenig. Die zwängenden Kräfte sind in Kurven schlicht zu hoch - deshalb gehen regelmäßig die Haftreifen fliegen.

Fazit: Ein wunderschönes Modell mit leider gravierenden Macken. Ich habe von Anfang an empfohlen, den Bausatz zu erwerben und beim Zusammenbau bereits an den kritischen Punkten zu verbessern, was mit wenig Werkzeug und Arbeit möglich ist. Allerdings funktioniert die Montage des Gehäuses ähnlich wie ein Gebäudebausatz ist aber doch nicht ganz einfach. Wer diese Hürde nimmt wird sich dann aber über ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis freuen können. Tillig bietet das Modell jetzt nur noch als Bausatz an.

Dazu nun gleich ein paar Tips, inklusive solchen zur Digitalisierung: Zunächst einmal sollte man die Starrkupplung durch eine echte Kurzkupplung ersetzen - z.B. von Symoba. Dafür ist problemlos Platz unter den Waggons. Die beiliegenden Kabel zur Stromübertragung zwischen den beiden Wagen sind zu starr (und tragen erheblich zur schlechten Kurvengänigkeit bei). Zur sicheren Stromabnahme sind sie aber nötig und sollten deshalb durch möglichst dünne und flexible Litze ersetzt werden.

Dadurch werden die zwängenden Kräftte doch deutlich schwächer, so daß ohne Einbuße von Fahrsicherheit das Gewicht reduziert werden kann. Dazu habe ich die auf Höhe der Fenster liegenden Teile der Ballastgewichte abgesägt - nun ist weitgehend freier Durchblick möglich und eine Inneneinrichtung könnte zumindest angedeutet werden. Ich habe sogar noch die kleineren Gewichte in den Vorbauten gekürzt (jedes Gramm weniger Gewicht verrigert den immensen Rollwiederstand). Außerdem sollte man bei den innenliegenden Stromabnameschleifern zwar nicht zu wenig Andruck einstellen (das ergäbe schlechte Stromabnahme) aber auch nicht zuviel. 8 Stromabnahmepunkte sind zwar schön für die Betriebssicherheit könnn aber ebenfall viel Reibungswiederstand erzeugen) Und da der Antrieb eben über eine einzige Achse erfolgt, gilt es den nötigen Kraftaufwand soweit wie möglich zu reduzieren..

Wegen des eingebauten Maxxon-Motors hatte ich zur Digitalisierung ursprünglich einen speziellen Lenz-Decoder für Glockenankermotoren benutzt. Der war sehr groß, so daß im Antriebswagen sogar ein großer Stück vom vorderen Ballastgewicht weichen mußte Allerdings gab es für Glockenankermotoren damals noch keinen lastgeregelten Decoder - und ohne Lastregelung bleiben die Fahreigenschaftn auch 'digital' eher enttäuchend. (Der Rollwiederstand!) Mittlerweile habe ich auch hier den LEO10//11 installiert, Dank Lastregelung kann de ETA jetzt auch langsam rollen. Der Motor 'zirpt' nun zwar doch ein bischen, wird aber nicht sonderlich warm und scheint das bislang ganz gut zu vertragen.

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