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Die erste TT-Lok nach meinem Neubeginn in dieser Spur war 1989 eine BR 86 von BTTB, kurz danach folgte eine BR 56, die vorbildwiedrig auf dem gleichen Fahrgestell beruht. Diese Klassiker des TT-Programmes, bis vor kurzem noch von Tillig gebaut und vertrieben, gehen auf Konstruktionen von Werner Zeuke zurück, die in den 60er Jahren entstanden.

Noch heute sind die Gehäuse durchaus ansehnlich. Auch wenn die Leitungen nur angespritzt sind, machen sie einen plastischen Eindruck. Das Fahrwerk ist allerdings vergleichsweise spartanisch gestaltet. Die großen roten Flächen und Stromabnahmebleche fallen nach ordentlicher Alterung aber kaum noch ins Auge. Sicherlich nicht mehr zeitgemäß ist die Beleuchtung per Glühbirne und dickem Glasfaserleiter, der vorne recht deutlich sichtbare Schläuche zu den Laternen formt. Das Licht ist so schwach, daß es erst ab Tempo 160 wirklich sichtbar ist - womit wir aber schon beim eigentlichen Problem der drei Fahrzeugtypen wären.

Drei übrigens wegen der BR 81. Sie ist kleiner und hat ein anderes, aber sehr ähnlich konstruiertes, Fahwerk. Bis auf die BR 81 hat Tillig die Lokomotiven mittlerweile aus dem Programm genommen. Wie zu hören ist, sollen sie gründlich überarbeitet werden und dann neu erscheinen. Doch da gerade die BR 86 über die Jahrzehnte sicher zu den meistgebauten TT-Modellen gehören, ist immer wieder ein gut erhaltenes Exemplar bei Ebay oder im Modell-Gebraucht-Handel zu finden

Umbausatz wirkt Wunder ! Wie schon beschrieben: Die Loks sind zu schnell und das rächt sich beim langsamen Anfahren: Alle drei Loks setzten sich bei gut 4 Volt in Bewegung, fahren aber dann locker schon 30 km/h. Oft macht ein Zug einen regelrechten Satz. Doch es gibt kleine Umbausätze, mit denen für rund 25 Mark die Geschwindigkeit halbiert werden kann - schon fahren die Züge vorzüglich. Er wird von Bogusch hergestellt und von verschiedensten Händlern vertrieben. Ich habe ein solches Austauschgetriebe eingebaut und und bin begeistert. Die Lok fährt mit höchstens 2 km/h an und hat bei 12 Volt exakt Vorbildgeschwindigkeit. Mit den neuen Fahreigenschaften ist sie schlagartig meine beste Rangierlok !!

wer übrigens noch alte und gar gebrauchte Versionen aus BTTB-Zeiten kauft (so wie ich eine BR 56 und 81) muß mit Problemen rechnen. Die damals verwendeten Kunststoffe scheinen teilweise zu schrumpfen, so daß das Fahrwerk völlig 'ausleiert' - Beide dienen bei mir nur noch als Ersatzteillager. Tillig verwendete offenichtlich besseres Material.

Tips zur Digitalisierung: ein lastgeregelter Decoder ist für diese Lok sicherlich erste Wahl. Die Lastregelung verhilft der BR 86 (Gerade in Verbindung mit dem erwähnten Umbaugetriebe) zu perfektem Kriechgang - Im Tender ist mehr als genug Platz. Etwas problematisch ist die Verdrahtung der einen Birne mit den zwei LichtLeitungen (vorne/hinten) des Decoders. entweder wird nur eine Leitung verbunden, so das nur in eine Richtung Licht leuchtet - oder aber man verbindet beide Kabel mit dem Lämpchen. Dann gibt es in beide Fahrtrichtungen Licht - das ist aber wohl gegen die Spezifikation des Decoders (in diesem Fall noch ein LEO10), er funktioniert zwar im Prinzip weiter, lässt sich aber nicht mehr programmieren. Ich habe die eine Glühbirne schließlich durch zwei Mikrobirnchen ersetzt, sie separat angeschlossen und jeweils auf die vorderen und hinteren Lichtleiter strahlen lassen - So habe ich eine fahrtrichtungsabhängige Beleuchtung realisiert - noch eleganter ist der von Thomas Bormann empfohlene Umbau, den ich mitlerweile mit kleinen Varianten auch umgesetzt habe. Ohne Lichtleiter und mit freiem Duchblick unter dem Kessel sieht die Lok noch mal en gutes Stück besser aus - und weitere 15 Gramm Gewicht sind anstelle der früheren Birnchen und an einigen Luftlöchern zwischen Fahrwerk und Motorachse gelandet.

Das serienmäßig im Tendler befindliche Metallgewicht habe ich übrigens herausgenommen und durch deutlich schwerere Bleiplättchen ersetzt, die sowohl in den Tender wie auch unter das Führerhausdach geklebt wurden, Die Lok wird dadurch noch einmal knapp 20 Gramm schwerer, was nicht nur die Zugkraft weiter erhöht, sondern auch die Stromabnahme spürbar verbessert. Auch hier wird übrigens durch das Blei die Eigenresonanz des Gehäuses so wirksam gedämpft, daß die Lok auch gleich deutlich leiser wurde!

Einige Zeit später, habe ich die Lokomotive auch noch auf eine Drehbare NEM-Kulisse in Vor- und Nachläufer umgebaut. Jetzt kann sie auch mit Kurzkupplung fahren. mehr dazu gibt es hier

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