Links zum Thema Ozonloch:
Hier gibt es einen Text über Rückkopplungen zwischen Ozonloch und Treibhauseffekt , von Shindell et al. Ähnliches von einer Arbeitsgruppe des MPI Mainz, die Ihre Ergebnisse in SCIENCE publizierte.
Mehr zum Ozonloch gibt es auch beim Alfred Wegener Institut, und beim Institut für stratosphärische Chemie, in Jülich, wo das Meßprogramm zur FCKW-Belalstung bis vor kurzem angesiedelt war. Inzwischen sind die verantwortlichen Wissenschaftler zur Uni Frankfurt gewechselt. Bei der DLR gibt es hervorragende Animationen - auch zum Ozonloch.
verfolge ich seit Mitte der 80er Jahre. Damals entstanden auch Filmtexte noch mit Schreibmaschine und Tipp-Ex, deshalb gibt es erst gegen Ende der Geschichte Links Filmtexten. Der Ozonabbau schien im Vergleich zum Treibhauseffekt zunächst als das unmittelbar gefährlichere Problem. Je dünner die Ozonschicht in der Stratosphäre wird, desto mehr ultraviolette Strahlung gelangt auf die Erde. Ein deutlicher Anstieg der UV-Strahlung würde - im Extremfall - jedes Leben auf der Erde vernichten. Fluorchlorkohlenwasserstoffe, FCKW's waren wissenschaftlich konkret als Hauptverdächtige benannt, der endgültige Beweis durch Messungen stand aber noch aus. Genaugenommen war damals auch die wissenschaftliche Welt nicht wirklich einig: Viele glaubten, der Ozonabbau könne nur innerhalb des Luftwirbels stattfinden, der während der Sommermonate um den Südpol alle Gase wie in einem Kochtopf einschließt. Auf der Nordhalbkugel, so die gängige These, wird die Statosphäre deutlich besser durchmischt und außerdem nicht so kalt. Die unheilvollen chemischen Reaktionen würden deshalb bei uns nicht in Gang kommen können.

Ich begleitete wochenlang
Forschungs-Expeditionen, konnte viele dutzend Wissenschaftler
- darunter auch heutige Nobelpreisträger - bei der Arbeit erleben, Filme
darüber machen. Vieles, was heute wissenschaftlich Allgemeingut ist, wurde
damals heiß diskutiert; ich konnte lernen, wie spannend Wissenschaft ist.
Relativ schnell war aber klar, daß der Ozonabbau durch die
Verhältnisse auf der Nordhalbkugel nur großflächiger und
dadurch sanfter ablief. Anstelle eines räumlich begrenzten Loches
beobachtete man im Norden eine schleichende Ausdünnung um
bis zu 10 Prozent. Tendenz steigend.
Und relativ schnell gab es
politische Fortschritte.Ich erinnere mich noch gut an einen
Anruf bei der Kölner Müllabfuhr - na klar, wurde mir gesagt.
Kühlschränke auf der Müllkipope könne ich drehen, da stehen
immer ein paar Dutzend, aber warum ich die denn filmen wolle? Ich erklärte
es: Eine Woche später begann die Stadt Köln eine getrennte Erfassung
von Kühlschränken und baute ein einfaches FCKW-Absauggerät. Das
meines Wissens weltweit erste Kühlschrankrecycling war geboren. Die
Industrie war wesentlich langsamer, hat noch jahrelang gegen FCKW-Verbot
angekämpft.
Aber obwohl der politische Prozess bis zum
weitgehenden Verbot der gefährlichen Substanzen lang und schmerzhaft
schien und das Montrealer Protokoll der UN bis heute
Schlupflöcher aufweist: der Anstieg der FCKW-Konzentrationen konnte
mittlerweile deutlich gebremst werden. Da die am Erdboden freigesetzten Gase
rund 10 Jahre benötigen um in die Höhe der Ozonschicht zu gelangen,
wird es noch einige Zeit dauern, bis die FCKW-Konzentration dort Ihren
Höhepunkt erreicht. Allerdings scheint heute absehbar, daß das
Maximum des Ozonabbaus überschritten ist, bevor er global
wirklich gefährlich wird. Eigentlich ein optimistische Ende: Die
Gemeinschaft der Staaten hat - wohl erstmals in der Menschheitsgeschichte - ein
globales Problem scheinbar rechtzeitig erkannt und gelöst.
Ein wissenschaftlicher Zusammenhang - übrigens der annähernd Einzige zum Treibhauseffekt könnte uns noch einen Strich durchs Happy End machen: Der Treibhauseffekt fördert den Ozonabbau