Öl, Kohle, Gas, Uran - die Stoffe, denen wir Wärme, Strom und Mobilität verdanken, sind nur begrenzt vorhanden und schädigen das Ökosystem unseres Planeten in vielfältiger Weise. Während das Öl für Mobilität noch unverzichtbar ist, wurde sein Marktanteil beim Heizen schon von Erdgas überrundet, bei der Stromerzeugung teilen sich Atomkraft, Stein- und Braunkohle recht einträchtig den Markt. Aber wie könnte eine zukunftsfähige Energieversorgung der kommenden Jahrzehnte aussehen?
Kann Atomkraft das Klimaproblem lösen ?
Obwohl Kernkraft selbst nur indirekt (und sehr wenig) CO2 erzeugt,
ist sie in meinen Augen keine Lösung. Um mit Ihr global eine wesentliche
Verringerung der Kohlendioxydemission zu erreichen, müßten hunderte
von AKWs neu entstehen. Die würden in ihrer Summe dann auch bei
optimistischen Statistiken ein erhebliches Unfallrisiko darstellen und
insgesamt auch eine nicht mehr zu bewältigende Menge an nuklearem Abfall
erzeugen. Weil gerade Schwellenländer nur nachvollziehen, was
Industrienationen vorexerzieren, sollten wir unsere knappen Finanzmittel darauf
konzentrieren, schnellstmöglich effzientere Kraftwerkstypen und
verstärkt regenerative Energiequellen zu nutzen. Wie ich mit Hilfe des
Wuppertal-Institut für die ARD-Sendung Globus untersucht habe, würde
ein <Ausstieg aus der
Atomenergie
nicht nur Geld
freisetzen um den ökologischen Umbau der Stromversorgung zu beginnen - er
wäre auch ohne zusätzliche Kohlendioxydemissionen möglich.
Manch einer stellt mir dann die Frage, warum wir aus der
Kernenergie aussteigen sollten. Vielleicht bin ich durch eine Jugend in den
siebziger und achtziger Jahren geprägt, vielleicht auch durch Harrisburg
und Tschernobyl, aber ganz sicher auch durch Recherchen über die Gefahren
der <Endlagerung
Wer langfristig wirklich große Teile der globalen Energieversorgung decken wollte,
müsste wegen der doch schnell absehbaren Endlichkeit der Uranvorräte
ohnehin schnell in das 'Brüten' und die Wiederaufarbeitung einsteigen - nd
damit die Probleme noch einmal potenzieren. Und die
<Kernfusion ?
Eine ernsthafte Beschäftigung mit deren Abfallproblemen ließ mich auch da
ausgesprochen skeptisch werden.
Erdgasbetriebene Kraftwerke werden eine immer größere Rolle spielen - wohl auch große GUD-kraftwerke, die zwar ohne Kraft-Wärme-Kopplung aber mit einem für Großkraftwerke hervorragenden Wirkungsgrad einen steigenden Anteil zum Strom-Mix leisten können. Die Kohle-Lobby wehrt sich noch dagegen. Die Art und Weise wie sich die Kohlelobby der SPD gegen die von den Grünen vorangetriebene steuerliche Gleichstellung gewehrt hat, kann nur als <energiepolitische Farce gewertet werden.

Welche volkswirtschaftlichen Verrenkungen die Kohle-Lobby
in Kauf nimmt, zeigte sich übrigens besonders drastisch beim Streit um den
Kohlebergbau unter dem Niederrhein. Das Ende der
<Zeche Walsum
ist
inzwischen zwar beschlossene Sache. Aber bis zuletzt hatte die DSK in
Kooperation mit der noch SPD-geführten Landesregierung diesen Aberwitz
doch vehement vorangetrieben.
Welche Rolle spielt Kraft-Wärme-Kopplung? Eine immer noch viel zu Kleine. Die Nutzung der Kraftwerksabwärme zu Heizzwecken macht Heizkraftwerke und BHKWs zur umweltfreundlichsten Möglichkeit mit fossilen Brennstoffen ökologisch sinnvoll Strom zu erzeugen. Auch wirtschaftlich hat Kraft-Wärme-Kopplung selbst in <Kleinstanlagen ein gutes Potential: Sofern ganzjährige Wärme-Abnehmer zu finden sind , können sich Blockheizkraftwerke auch gegen Billigstrom behaupten. Manche Unternehmen stellen Ihnen derartige Anlagen per <Contracting-Finanzierung in den Keller. für kleinere Mehrfamilienhäuser und Gewerbebetriebe gibt es übrigens ein erstaunliches <Mini-BHKW zu kaufen, das die normale Heizanlage ersetzt. Eine ähnliche Anlage wird seit kurzem auch von <Valentin Ecopower angeboten, wobei diese Anlage sogar in noch kleineren Gebäuden sinnvoll einsetzbar ist.
Der Anteil der regenerativen Energien liegt in der Stromerzeugung schon am höchsten, aber auch dort noch im einstelligen Prozentbereich. Welche Chancen und Potentale einzelne Arten regenerativer Stromerzeugung bieten, habe ich auf einer anderen Seite zusammengefasst (siehe links im Menü. Zum Thema Energie-Mix hier nur ein wichtiger Aspekt: Die Verfügbarkeit:
Die Energiewirtschaft argumentiert: Weil Wind und Sonne nicht nach
Bedarf steuerbar sind, muss immer auch konventionelle Stromerzeung in Reserve
gehalten werden. Das ist nur scheinbar wahr: Selbst wenn Lokal immer wieder
kurze Flauten oder Wolken die Stromausbeute senken.... meist ist das lokal sehr
unterschiedlich, so das z..B. an wechselnd bewölkten Tagen der Ertrag
aller Solaranlagen einer Region schon wieder recht konstant ist.
Flächendeckende Wolken oder Flaute sind eher selten. Vor allem aber, die
verschiedenen regenerativen Energien können sich dabei gut gegenseitig
stützten. Die höchste Solarstromausbeute hat man im
Frühjähr und Sommer - und das meist auch in den Mittagsstunden - also
just zu den Tageszeiten, wo auch die Stromnachfrage am höchsten ist. Der
stärkste Wind weht im Herbst und Winter. Biomasse dagegen hat das ganze
Jahr über Saison, Biomassekraftwerke erzeugen sogenannte Grundlast. wobei
sie ähnliche wie Kohlekraftwerke durchaus hoch und 'runtergefahren' werden
können. Gerade dezentrale BHKWs erzeugen den Strom wegen der gleichzeitig
gelieferten Wärme den Strom genau zur nachfrägestärksten Zeit ,
an winterlichen Mittagen. Auch geothermische Kraftwerke erzeugen Grundlast -
und zwar grundsätzlich, Sie würden ohne Pause konstante Strommengen
liefern, ähnlich wie ein Atomkraftwerk.
So bieten die erneuerbaren
Stromerzeugungsmethoden durchaus eine Chance auf einen ganz eigenen Mix, bei
dem zwar immer noch einige 'Reserven' vorgehalten werden müssen, aber lang
nicht so viel und so teuer, wie die konventionellen Kraftwerksbetreiber
behaupten. Gleichzeitig würde aber eine zunehmend dezentrale
Stromerzeugung das Risiko von Ausfällen deutlich mindern. Auch heute
müssen die Stromerzeuger Reservekapazitäten vorhalten. Wenn
kurzfristig ein AKW oder großer Braunkohleblock vom Netz genommen werden
muss, fehlt schlagartig so viel Strom, wie eine Großstadt verbraucht -
auch dafür muss Regelkapazität vorhanden sein. Bei zehntausenden von
Kleinanlagen können technische Pannen an Einzelgeräten lokal
ausgeglichen werden, kann immer ein gewisser Prozentsatz kurzfristig 'offline'
sein, ohne dass dies auffallen würden. Auch der Aufwand für
Ferntransport des Stromes würde zunehmend sinken.